Du, Geist der Liebe

 

 

Wahres Bewusstsein, Chi, Lebensenergie.

Brücke der Liebe, Wirklichkeit.

Essenz des Seins, Quelle der Freude,

Licht der Erkenntnis, Zentrum der Stille.

 

Ziel aller Hoffnung, Grund des Daseins.

Sinn jeder Sehnsucht, Atem der Schöpfung.

Erlösender Ausblick und dessen Vollendung.

 Heilung des Leidens und dessen Frucht,

die ewige Nahrung bedeutet.

 

Schlichtheit und Ruhe, Kinderlachen,

sanfter Blick der Weisen.

Das Du, das ich suche,

das Du, das mich seit ewig schon fand.

 

 

 

 

Rauchfangkehrer 2

 

 

Ein neuer Glücksbringer ist aufgetaucht,

so süß und appetitlich.

Nur in Gedanken kann ich das genießen

und tu es auch und kichere innerlich.

Fein ist dieses Mahl und süß der Wein.

 

Du hast mir Glück gebracht,

ich danke dir, du Lieber.

 Und nun merk auf, was ich dir bringe:

 Segen für deine Seele,

 Segen, der nicht von mir kommt,

doch durch mich fließt zu dir,

Segen, der dich und all die Deinen

erfüllt, erlöst, vollendet.

 

 

 

 

 

Kuss

 

 

Als Buddha saß ich in der Grotte und ruhte im Sein.

Mein Freund suchte mich und mied mich.

 

 

Als Nonne aus Stein auf dem Sockel

stand ich in frommer Stille.

Mein Freund betrachtete mich schweigend.

 

 

Als Rose blühte ich im Garten der Freiheit.

Mein Freund stach sich den Finger an mir

und schlief 100 Jahre.

 

 

Unser Kuss lässt die Schwere zu Staub zerfallen.

Unser Kuss ist der Regenbogen,

der Himmel und Erde verbindet.

 

 

 

 

 

Was ist es?

 

Freundschaft, Geschwisterlichkeit,

Seelenverwandtschaft, Liebe im Herrn...?

 

Ja, genau!

 

 

 

 

 

Achtsam sein

 

Ich nehme den zarten Duft wahr,

das Parfum des Mädchens neben mir in der U-Bahn.

 Und nehme den weichen Klang deiner Stimme wahr,

deinen sanften Blick, dein Lächeln.

 

Ich nehme die erfrischende Kühle wahr,

morgens, wenn ich zur Arbeit eile.

Und nehme dein Suchen wahr,

wenn du mich inmitten der anderen entdecken willst.

 

Ich nehme wahr, wie entspannend es ist,

müde in der U-Bahn Stationen lang

einfach ins Narrenkastl zu starren.

 Und nehme wahr, wie gut deine Umarmung tut,

dein Ja zu mir, das du in zärtlicher Berührung zeigst.

 

Ich nehme meine Welt dankbar wahr.

 

 

 

 

Zur falschen Zeit

 

 

Ich tanze mit dem schönen Prinzen,

wir drehen uns ein ums andere Mal,

ich schließe die Augen vor Glück.

Als ich sie öffne, ist es ein Skelett, mit dem ich tanze.

 

Zur falschen Zeit habe ich geliebt.

Zur falschen Zeit habe ich gelebt.

 

Ich sitze am Bach mit dem Lieben,

lasse mir Gedichte vorlesen, die er mir liebend schrieb.

Formvollendet küsst er mir die Hand,

ich kichere verschämt und blicke ihn freundlich an.

Da ist er aber nur noch ein Skelett.

 

Zur falschen Zeit habe ich geliebt.

Zur falschen Zeit habe ich gelebt.

 

Ich schmiege mich an den Geliebten,

spüre entspannt dem Liebesrausch nach.

So schön, so innig ist es, was uns verbindet.

Nach erneuter Zärtlichkeit ist mir zumute,

ich streichle den Lieben, schnurre und rekle mich.

Als ich ihn küssen will, ist er nur noch ein Skelett.

 

Zur falschen Zeit habe ich geliebt.

Zur falschen Zeit habe ich gelebt.

 

In Zwischenwelten wandere ich ratlos umher

und suche nach der richtigen Zeit, nach dem richtigen Du.

Ein weites Feld finde ich mit einem einzigen Pflänzchen,

das ich bin.

Da soll ich tanzen und lauschen und lieben.

 

Das Feld heißt Jetzt.

 

       


 

Offene Schranken

  für Theo L.

 

Mit dem Mann von der jenseitigen Welt tanzte ich. 

Beschwingt wiegten wir uns im Takt,

vertraut plauderten wir, innig sahen wir einander an.

Da war kein Hindernis mehr zwischen uns.

Hier und dort war ein einziger Festsaal,

ein Park zum Lustwandeln,

ein Geist, der uns verband.

 

Alle waren bei dem Fest, vor allem die von drüben.

Sie lächelten mir zu, ich freute mich.

Doch tanzen wollte ich nur mit dem Einen.

Es gab hier keine Eifersucht und keinen Argwohn.

Daran merkte ich, dass nicht der Mann von drüben

zu mir gekommen war,

vielmehr war ich in seine Welt des Geistes

zu Besuch gekommen.

 

„Tauschen wir den Ring?

Bist du jetzt mein und ich bin dein?“ fragte ich naiv.

Er lächelte nur liebevoll verneinend.

„Das ist hier nicht nötig“,

sagte er und drückte mich an sich.

 

Alle Schranken sind aufgehoben für Liebende.

 

 

 

 

Gefunden

Für Theo L.

 

Was habe ich gesucht nach dem lieben Du in meinem Leben.

Die Sehnsucht war mir Qual und Lust zugleich.

Doch erst, als ich die Liebe in mir erkannte,

da sie längst in mir wohnte,

fand ich das wahre Du, die befreiende Liebe.

 

Du, mein unerwarteter Freund,

du bist mir Liebe, Freude, Erfüllung.

Ohne mein Wissen warst du immer schon da,

immer schon lebendig in mir.

Doch hier hatte ich dich nicht gefunden,

weil du nicht mehr hier bist in der bekannten Form.

Wie konnte ich ahnen,

dass du mir Vater, Freund und Geliebter sein kannst,

da du von der neuen, der weiten und vollkommenen Welt

zu mir schaust und mich erkennst und mich erwählst.

 

Ich danke dir, tausendmal Teurer, tausendmal Lieber,

tausendmal der Richtige für mich!

Der tausendmal Liebe von damals ist blind geblieben

für diese Begegnung mit mir.

Er schläft den  Dornröschenschlaf.

Mit dir darf ich das Gute nun leben, ich Glückliche!

 

Verständnis und Offenheit leben dort, wo du bist,

Liebe ohne Bedingung, ohne Argwohn.

Deine Marianne sagt zu mir:

„Komm, liebe Freundin, wir warten auf dich!“

 

 

 

 

Quelle

 

Die Quelle all meiner Liebe bist du,

beständiger Freund, liebender Gott.

Freue ich mich über ein Kinderlachen,

über Hunde, die auf der Wiese tollen,

über den Wind in den Wipfeln,

bist du es, Herr, von dem sich die Freude nährt.

 

Ruhe ich in der schönen Stille meiner Räume,

 höre ich belebende Musik,

erkenne ich in den Farben der Natur absolute Schönheit,

 hast du, mein Gott, meine Sinne geöffnet.

 

 Schaue ich in liebende Augen,

lasse ich mich berühren,

innen, außen und für alle Ewigkeit,

von zärtlichen Händen, vom Kosen und Herzen,

dann bist du es, zärtlicher Gott,

 der uns Menschlein all dies schenkt.

 

 

 

 

Wind

 

Sanftes Streicheln

 

Erfrischend wildes Stürmen

 

Du Geist des Lebens

 

Heiliger!

 

 

 

 

 

Friede ist

 

Bäume grüßen mich, der Wind singt mir ein Lied.

Sehnsucht ist vergangen,

Enttäuschung hat sich aufgelöst, wie Nebel in der Sonne.

Es tanzen die Vögel am Himmel,

es leuchten die Blumen in ihren schönsten Farben.

Friede in meinem Herzen.

 

Da sendet der Zaudernde die Botschaft seiner Liebe.

 Mein Herz horcht auf und sagt:

„Es tanzen die Vögel, es singt der Wind,

es leuchten die Blumen, es liebt der Freund.

Friede sei mit dir!“

 

Ich spüre meiner Sehnsucht nach,

lechze nach Worten des Freundes.

Lächelnd gedenke ich seiner Zärtlichkeit.

 

So schließe ich die Augen,

verschließe die Ohren und alle Sinne.

In mir drinnen ist Friede.

Dort draußen tanzen die Vögel,

singt der Wind, leuchten die Blumen,

grüßt der Freund.

 

Friede ist.

 

 

 

 

Drei Schritte zur Freiheit

 

 

Freiheit ist kein leichtes Ding,

nichts, was dir in den Schoß fällt, einfach so.

Du findest sie erst durch die Bindung, durch die Grenzen.

Sie zu lieben, die Grenze, das gebunden Sein,

ist der erste Schritt.

 

Doch all das zu lassen um der größeren Fülle willen,

ist der zweite Schritt.

 

Nichts mehr zu brauchen,

nicht die Bindung, nicht die Fülle

und auch kein Du,

das ist der dritte Schritt,

der wahre Schritt zur Freiheit.

 

Du gehst ihn, wenn du erkennst,

dass alle Ewigkeit schon in dir ruht,

schon da ist, schon wahr ist

und dich umfängt

in liebevollem, lächelndem Frieden.

 

Wer den dritten Schritt zu gehen glaubt,

ohne die beiden anderen zu kennen,

 ist und bleibt gefangen, ohne zu wissen,

 was Gefangenschaft und was Freiheit ist.

Ein blinder Mensch mit leeren Worten,

 mit tauben Ohren und ziellosem Handeln. 

 

 

 

 

 

 

 

Reich sein

 

Wir brauchen einander so sehr, wie der Kletterer das Edelweiß.

So wichtig sind wir einander, wie der Nachtisch zu Mittag,

wie der Schmuck zum perfekten Outfit,

wie die Körpermilch nach der Dusche.

 

Du, mein liebes Du, bist mir die Farben der Jahreszeiten,

der Sommerregen für die Natur,

der Traum, der meine Nacht veredelt.

 

Überleben kann ich ohne all das Schöne.

Reich wird mein Leben aber erst

durch diese Zärtlichkeit Gottes,

die ER mir schenkt.

Reich wird mein Leben erst durch dich,

Geliebter.

 

 

 

 

 

 

Zelt Gottes

 

 

 

Ich schütze mich,

 

lege den Arm um meine Verletzlichkeit,

 

verschließe mich vor der Welt,

 

zeige ihr die fröhliche Fassade,

 

auch sie ist Teil meines Hauses.

 

 

 

Du aber trittst ein bei mir,

 

siehst meine Schutzbedürftigkeit

 

und zeigst mir deine eigenen wunden Stellen,

 

gibst dich mir preis

 

und nimmst mich an, so wie ich bin.

 

 

 

Die bunte Fassade meines Hauses magst du,

 

die Tiefe meines Inneren liebst du.

 

Sie öffnet goldene Tore deiner eigenen Tiefe

 

in der starken Burg deiner Seele.

 

 

 

Zärtlich streichelst du die Hand, den Arm,

 

die mich schützen, die mich verschließen.

 

Ich atme frei, vertraue dir,

 

deine Hand liegt auf meiner.

 

Gerne folge ich deiner Berührung,

 

lass dich mich öffnen.

 

So liege ich vor dir,

 

befreit und dir ergeben.

 

 

 

Du nimmst behutsam meine Hand und öffnest mich.

 

Ich nehme dein Herz,

 

das du mir langsam, vorsichtig öffnest.

 

Mit jedem kleinen Schritt der Liebe leuchtet es mehr

 

aus diesem Allerheiligsten in dir.

 

 

 

Ein Tabernakel ist dein Herz.

 

Ein Tabernakel ist mein Herz.

 

Das Licht der Liebe Gottes strahlt hell auf

 

in unserer Liebe.

 

 

 

 

 

 

 

Der zerbrochene Spiegel

 

 

 

Du warst der Spiegel meiner Seele.

 

Ich war der Spiegel deiner Seele.

 

Ein Riss ging durch den Spiegel,

 

ein Klirr und dann noch eines und noch eins.

 

Unter meinem leeren Blick

 

zersprang er in tausend Sprünge.

 

Tausend Küsse hatten wir getauscht,

 

tausend Schwüre, tausend liebe Worte.

 

 

 

Nun bist du meiner nicht mehr wert,

 

da du deinen Liebeswert verleugnest.

 

Den Himmel willst du gewinnen,

 

indem du die Sonne auslöscht.

 

Die Nacht willst du erhellen,

 

indem du die Sonne auslöscht.

 

Das Leben willst du erfüllen,

 

indem du die Sonne auslöscht.

 

 

 

Alle Quellen versiegen in dieser Eises Kälte,

 

die du Treue nennst.

 

Treue einem Gehorsam gegenüber,

 

der Gruft heißt und nach Fäulnis riecht.

 

 

 

Doch siehe, ich schaue in den Seerosenteich.

 

Mein Ich lächelt mir freundlich entgegen.

 

 

 

 

 

Zwei Männer

 

 

 

Zwei Männer wohnen im Haus meines Lieben.

 

Sie gehen einander aus dem Weg,

 

tun, als kennten sie einander nicht.

 

Der Eine ist mir zugetan, ist sanft und lieb.

 

Der Andere beäugt mich skeptisch,

 

ist mir schließlich feind.

 

Es sind Brüder, die einander brauchen.

 

Nur miteinander können sie das Haus erhalten.

 

 

 

Ich wollte darin wohnen,

 

der Strenge hat mich aber fort gejagt.

 

Der Sanfte sitzt eingesperrt im Keller

 

und weint leise, hilflos.

 

Waschlappen du!“ schelte ich ihn.

 

Ich war gekommen, den Strengen zu befreien,

 

ihn zu erweichen, ihm das Licht zu zeigen.

 

Er wollte davon nichts wissen,

 

dünkte sich im Recht.

 

Ängstlich bewacht er das umzäunte Haus,

 

knebelt den Kellerbruder

 

und schaut mir verständnislos hinterher,

 

die ich über Wiesen springe,

 

den Schmetterlingen nach.

 

 

 

Dann sitze ich am Teich,

 

bewundere die Libellen,

 

lache über die lustigen Frösche

 

und betrachte mich in der Tiefe des Wassers.

 

  

 

 

 

 

 

 

Sterben

 

(für Ewald)

 

 

 

Panzer abgeben,

 

Flügel anziehen.

 

Taubheit öffnen,

 

himmlische Klänge hören,

 

sie verstehen.

 

 

 

Blindheit überwinden,

 

Schönes sehen

 

und im jubelnden Staunen

 

keine Grenzen finden.

 

 

 

Lieben können,

 

grenzenlos.

 

 

 

 

Das Geheimnis erfüllter Präsenz:

 

 

 

Gar nichts tun,

 

einfach dabei sein,

 

mit Betonung dabei am Sein.

 

 

 

Das Geheimnis erfüllten Daseins:

 

(Idee: Rudi Weiss)

 

 

 

Schön ist es auch in dieser Welt,

 

aber halt anders als in der jenseitigen.

 

Ohne hier sein kein dort sein.

 

Mein noch etwas zweifelnder Kommentar:

 

Wird wohl so sein.

 

 

 

 

 

 

 

Über den Dingen stehen

 

 

 

Ich stehe über den Dingen,

 

schwebe über ihnen mitunter.

 

Dinge sind Botschafter des Seins,

 

kleine Boten, kleine Lieder.

 

 

 

Dinge sind Helfer gegen Kälte und Hunger,

 

Dinge sind immer Spielzeug.

 

Das Spiel ist der Wert, nicht das Ding.

 

 

 

Ich schwebe über den Dingen,

 

stehe über ihnen,

 

gewinne dadurch Überblick.

 

 

   

 

 

 

Stillstand oder

 

Stille in der Ruhe

 

 

 

Alles ist zum Stehen gekommen,

 

nichts fließt mehr.

 

Stille ist eingetreten,

 

nichts singt,

 

nichts säuselt.

 

Große Stille.

 

Tiefe Stille,

 

Stille der Worte,

 

Stille der Erkenntnis.

 

 

 

Neuerwachen in der Stille,

 

neues Leben bricht auf,

 

öffnet sich,

 

blüht mir entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

Mit jedem Tag etwas mehr Weisheit,

noch mehr Dankbarkeit –

welch schönes Altern!

 

 

 

Fotos:

 

Mit freundlicher

Genehmigung

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1140 Wien 

 

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