ICH HABE GESCHAUT

 

Das Weltall habe ich betrachtet,

habe geschaut Geschichte und Zeit.

Nichts blieb verborgen,

nichts blieb unerkannt.

 

Du großes Wunder!

 

Flügel Deiner Liebe

zeigten mir den Weg,

die Welt zu sehen,

das All – und Deine Ewigkeit.

 

Bebend wie Gras blieb ich

vor dem Säuseln deines Blickes.

Vergehen wollte ich in Deiner Nähe.

Da kamst Du in mich,

ernst und doch voll Lächeln.

Heiligkeit

und alle Lust der Welt

erlebte ich zugleich.

 

Dann schaute ich –

schwebend?

liegend?

körperlos? –

Es ist ganz gleich!

Ich erkannte.

Und da:

Die Größe Deines Atems,

Herr,

kann das gesamte Universum

nicht ermessen!

 

Nun darf ich Dich schauen weiterhin,

in jenem Blick,

in diesem Lächeln,

in Gräsern, Tieren,

in Gezeiten,

in Tränen, Freuden,

immer hoffend,

immer wartend,

voll Sehnsucht und Begierde,

in Deinen Armen

endlich dann zu ruhen.

 

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EIN LIED FÜR DICH, DU GROSSER GEIST

 

Ich spreche zu dir

wann immer ich will,

und du bist da in Nächten und Tagen.

Du kennst meine Zweifel,

meine Schuld, meine Freude

und liebst mich,

du Geist des Trostes.

 

Lass mich dich bestaunen,

verehren, liebkosen,

dir will ich Blumen streuen,

Gedichte widmen und Lieder.

Mein Leben bist du,

mein Atmen, mein Sehnen.

Du bist das Ich,

das Ewigkeit heißt.

 

Ich brauche dich,

Heiliger Geist

und liebe dich

und bin außer mir

vor Freude über deine Umarmung.

Wie schön ist dieses gebunden Sein,

das erst wahre Freiheit bedeutet!

 

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Liebe,

voll Kraft in Wogen und Brandung,

Liebe,

in Wüsten noch wachsend und frisch,

duldsam, lebendig,

verstehend und hoffend.

Liebe, die fruchtbar ist,

jetzt und für immer.

 

Liebe,

die sehend macht,

Liebe,

die aus DIR nur lebt

und die in DICH mündet.

Liebe,

das Wort, welches alles sagt -

und so oft nichts.

Liebe,

die alles heilt

und das Nichts selbst

mit Dasein erfüllt.

 

Liebe,

das Kleine und Ewige,

das Gewaltige unseres Daseins

in DIR.

 

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UMFANGEN VON DIR

 

Ich sehe die Weide vor mir,

weiß von Nebel und Schnee.

Dunkel und stumm

verharren die Bäume am Rand.

Umfangen ist alles von DIR.

 

Hinlaufen möchte ich,

mich in den Schnee werfen,

möchte lachen und schreien,

den Mund öffnen,

den kalten Schnee möchte ich trinken

und möchte mich umfangen fühlen

von DIR.

 

Autos rollen lärmend vorbei.

Ich trete auf schmutzigen Schnee.

Schon kehre ich um,

denn der Weg führt nicht weiter.

Ich wende mich,

senke das Haupt

und weiß nicht,

wen umfängst DU mit mir?

 

…………………………………….

 

Sie kam und kniete sich vor DICH hin.

Sie weinte, küsste DEINE Füße,

Und DU blicktest sie an.

Sie war geheilt

Durch DEINEN Blick, Herr.

 

So bin ich auch,

gebeugt und niedrig,

bedürftig DEINES Blickes,

glücklich, vor DIR zu knien.

 

Es beschämt mich nicht,

so vor DICH hinzutreten,

denn DU schaust mich an.

 

……………………………………

 

DIR zu Füßen liege ich im Staub.

DU schaust mich an,

DU lächelst

und hebst mich fort

in unendliche Weiten.

 

…………………………………

 

EUCHARISTIE

 

heimat finden

darin ausruhen

einatmen

wonach das leben

schmachtend lechzt

 

geburt erfahren

selbst erahnen

und hineintauchen

in das was leben ist

was ER ist

 

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Wen nenne ich Vater?

Großvater ist mir jener alte Baum,

der mich labt mit seiner Kraft,

Brüder sind mir die anderen.

Das Firmament ist mir Cousin

und Schwestern sind sie,

all die grünen Pflanzen,

die so unterhaltsam schweigen.

 

Wen soll ich Vater nennen?

Bist du es, mein Gott?

 

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Welche Sprache schenkst DU, Herr,

wenn Worte nicht genügen?

Welche Sprache schenkst du,

wenn nur Seelen denken sollen?

 

Schenkst DU Blicke, Zeichen, Taten?

Schenkst du Bangen, Warten, Hoffen?

 

Welche Sprache schenkst DU,

wenn die Liebe stumm ist

und doch schreit?

 

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Mach mich blind und stumm und taub

und lösche mich aus.

Ich bin zu müde, diesen Weg zu gehen.

 

Ja, den blinden Säugling

Trägst DU behutsam auf Händen.

 

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Ein schwarzes Loch war meine Tür,

da tratest DU ein und es ward Licht.

Ich löschte das Licht,

doch du warst da.

So wurde ich Geheimnis.

 

Das lockte andere.

Sie suchten stumm.

Sie fanden nicht und gingen weg.

Da war ich Einsamkeit,

war Trauer.

 

Nun warte ich auf Strahlen

eines ersten Frühlingsmorgens

und höre schon

die Amseln vor dem Fenster.

 

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Mit jedem Tag etwas mehr Weisheit,

noch mehr Dankbarkeit –

welch schönes Altern!

 

 

 

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