Die Augen hast du mir gereinigt

und auch das Herz.

 

Der Glaube und der Verstand jedoch

sind eingetrocknet.

Erkältet ist die Hoffnung.

 

Kann mir deine Liebe Arzt sein,

Balsam dein Blick?

 

Lass mich mit dir versinken

in die Erkenntnis

des Empfangens.

 

…………………………………

 

Lass mich deine Liebe schauen

und lass mich lernen

von deinem Schweigen,

deinem Sein.

 

Ich will mich finden,

dich erkennen,

will mich frei von Angst

zum Menschsein

neu bekennen.

 

Ich will dich finden,

mich erkennen

in unserer Einheit,

Mensch der Güte.

 

 

…………………………….

 

Es ist nicht wichtig,

das Morgen jetzt zu kennen.

Es ist nicht wichtig,

die Sicherheit für sich zu pachten.

Es ist nicht wichtig,

Namen und Macht zu kaufen.

 

Wichtig ist mir nur die Hand,

die mir sanft den Trost verheißt.

Wichtig ist der Mund,

der schweigend spricht

und tausend Bücher schreibt

in einem einzigen Kuss.

Der Blick ist wichtig,

mit dem du mich umfängst

und festhältst.

 

Ich bin geborgen in deinen Augen.

In deiner Liebe bin ich Kind

und bin entschieden

endlich

in deinem Sein.

 

…………………………………

 

DEN MENSCHEN

suchte ich,

den wahren Freund.

Ich fand ihn nicht,

meine Fesseln hielten allzu streng,

zu trüb blickte ich in die Welt.

 

Ich blickte traurig,

da ich ihn nicht fand,

den wahren Menschen,

der mich lieben lehren könnte.

Schon gab ich die Suche auf

und dünkte mich uralt

und schwach

und leer.

 

Als ich dich fand,

sah ich zunächst dein Lächeln,

dann schließlich deine Augen,

und ich glaubte an

zumindest

kurze Freude.

 

Nicht kurze Freude brachtest du.

Du brachtest Tiefe

mit Schmerz und Dunkelheit.

Tiefe brachtest du,

in der ich nun den Schatz

zu finden weiß,

der Liebe heißt

und Ewigkeit,

tief verborgen

in deinen Augen.

 

………………………….

 

Lebensstücke

lasse ich hinter mir.

Nur einer soll der Weg sein,

den ich mit dir gehen will.

 

Gibt es den Weg?

Gibt es mich ganz?

Oder bin auch ich

nur Stückwerk,

wesenlos?

 

Zeige mir deine Ganzheit,

Lieber,

und halte mir den Spiegel

deiner Augen vor.

 

………………………………….

 

Wie bleibend ist das Bleibende?

Wie vergänglich ist der Augenblick?

 

Bleibendes

kann ich hier nicht finden,

doch jeder Augenblick,

da du mir dein Sein

vertrauend offenbarst,

ist Ewigkeit.

 

Bleibendes

kann ich hier nicht finden,

doch Ewigkeit

in Augenblicken.

 

………………………………..

 

Die Sonne weckt mich.

Ist es deine Sonne,

die du nicht scheinen lassen willst?

Sie saugt mir die Gedanken auf

und holt sie alle hin zu dir.

 

Diene Sonne,

die mir Schatten ist

und Licht zugleich,

sie hüllt mich ein

in Traum und Schmerz.

 

Viel mehr sehen meine Augen

der Nacht,

als der Tag erhofft.

 

……………………………………..

 

Als alte Frau

betrete ich das Neuland

deiner Liebe.

Unweise

stehe ich vor deinem Blick.

 

Jung ist dein Lächeln,

von Altersreife deine Güte.

 

Zeige mir,

mein Freund,

die Demut,

die uns erhebt.

 

……………………………..

 

Ich liebe dich,

ja,

für deine Tränen liebe ich dich,

für deinen Schmerz.

 

Ich liebe dich

für dein Lächeln der Güte

und für dein seltenes Lachen;

viel zu selten,

dieses Lachen

aus Kindertagen

und aus Vertrauen.

 

Ich liebe deinen Atem,

deinen Blick,

deine zärtlichen Hände,

die mir die Haare

aus dem Gesicht streifen

und es befreien

für den Kuss.

 

Wie Wein mundet dein Kuss,

Geburt und Sterben zugleich

ist unsere Leidenschaft.

 

Ich will der Liebe würdig sein,

die ich mit dir empfange.

 

………………………….

 

DU BIST NICHT IN DER STADT

 

Leer ist die Stadt,

da du nicht da bist.

Leere Hüllen sind mir die Menschen,

traurig winken mir die grünen Zweige,

da ich allein wandere,

ohne dich an meiner Seite.

 

Spitze Nadeln

sendet die Sonne,

da sie mich allein sieht,

hilflos,

ohne dein Lächeln.

 

Der Wind

hat freies Spiel mit mir,

da du mich nicht umarmst

und küsst

und birgst.

 

Leer ist die Stadt,

traurig blicken mich die Fenster an,

da ich wandere

ohne dich.

 

…………………………………………

 

Wenn du fern bist,

ertönt dein Lachen tief in mir.

Dein Blick erreicht mich

und dringt bis an die Wurzeln

meines Seins.

Deine Augen begleiten mich,

auch wenn ich dein Gesicht

nicht sehe.

 

Ich jedoch vermisse deine Stimme,

deine Zärtlichkeit.

Auch deine geistige Gegenwart

vermag den Durst nach deinem Dasein

nicht gänzlich in mir zu stillen.

Traurig blicke ich mich um

Und traurig blickt die Welt mich an.

Alles in mir ruft nach dir.

Alles um mich zeugt von dir.

 

Bleibe bei mir, Lieber!

Lass mich Teil sein

deines Lebens.

 

…………………………………

 

Was wiegt mein Ja an dich,

wenn es doch begrenzt ist,

schwach und weisheitslos?

 

Ein Ja des Empfindens

ist letztlich Windhauch nur.

 

Ewigkeiten will ich

und finde sie

in deinen Augen,

deinen Armen,

in deinem Kuss.

 

Da du nicht redest,

sprichst du ein ganzes Ja.

Hol mich hinein in diese Ewigkeit!

Hilf mir, daran zu glauben.

 

…………………………………….

 

Ich setze Schritt für Schritt

und weiß mich doch getragen.

Still, unmerklich

bringt mich die gute Macht

in deine Nähe.

 

Nicht dein Schweigen

und nicht meine Wut

konnten Gräben schaffen

zwischen uns.

 

Nicht einen meiner Wünsche

konntest du erfüllen,

und doch bist du das Ziel

meines langen Lebenssehnens.

Die Erfüllung ist der Weg,

den wir gemeinsam gehen werden.

 

Still lehrte mich Gott dieses Wissen.

Weit weg von meinem eigenen Wollen,

fern auch deinem Denken,

jedoch ganz eins mit deiner Sehnsucht,

meinem Hoffen

finden wir einander

jenseits dieser Zeit

inmitten jeden Augenblicks

erkennender Liebe.

 

…………………………………..

 

Deine Stimme hast du mir entzogen,

deinen Blick

und deine Gegenwart.

Stirbst du denn nicht

ebenso wie ich vor Sehnsucht?

 

Der Garten Eden steht uns offen –

Wer weiß wie lange noch!

Ich kann ihn nur mit dir betreten.

 

Komm!

Ich bitte dich,

tritt ein mit mir!

 

………………………………

 

Der Zauber deiner Liebe bannt mich.

Ich wollte deiner Macht entfliehen,

da du mich versteinert hast.

 

Doch ich bin nicht zu Stein geworden.

Ein Veilchen bin ich,

winzig klein

und schwach

und möchte leuchten,

möchte duften,

bis du mich wieder in die Arme schließt

und mich erzittern lässt

im Zauber deiner Liebe.

 

 

 

 

Nach wie vor schauen deine Augen

wortlos auf mich.

Deine Trauer und dein Lächeln

ruhen immer noch auf mir.

Meine Seele wird sie nicht mehr los,

wenn auch dein Schweigen

einen Graben aufriss.

 

Statt mich von dir zu trennen

holte mich der Graben tief hinein

in deine Traurigkeit,

in dein Herz.

 

Tief in deiner Liebe

ruhe ich

und lächle dir zu.

 

…………………………………..

 

Geöffnet findest du mich vor,

und du triffst ein.

Du bewohnst mich,

machst dich häuslich.

Die Ruine meiner Liebe

erfüllst du nun mit Leben.

Du schmückst mich aus

mit deinem Streicheln.

Mit deinem Kosen

tränkst du die verdorrten Gärten.

Laut jauchzt die Quelle

meiner Lust,

wenn du dich labst

an mir.

 

…………………………………..

 

Um dein Sein zu wissen,

sollte mir genügen.

Dich gekannt zu haben,

sollte mir bereits Erfüllung sein.

Deinen Lebensweg

mit meinen guten Wünschen pflastern,

sollte mich zufrieden stellen.

 

Welch radikaler Gott,

der das von mir verlangt!

Ich will ihm zürnen

und sehe doch

dass seine Augen

deine sind.

 

Welch liebevoller Gott,

der sich mir schenkt

in deinen Augen!

 

………………………………….

 

Wie vom Tod bist du erstanden,

hast zaghaft meinen Arm berührt.

 

Dein Mund bleibt stumm,

beredt sind deine Hände.

Ernst blicken mich die Augen an

in trauriger Erwartung

kaum gewagter Hoffnung.

Sie flehen:

„Reiß nicht meine Türen auf,

verletze nicht mein Schweigen!

Es ist mir Halt und Stütze

im Garten unserer Zärtlichkeit.

Vielleicht wird sich mein Mund

einst öffnen,

vielleicht wird er verschlossen bleiben.

Achte du mein Schweigen,

ich schenke das Vertrauen

meiner Hände, meiner Küsse.“

 

Ich schmiege mich an dich

und trinke deine Gegenwart.

Es peinigt mich nicht mehr

die Sehnsucht nach deinem Wort.

 

Du lebst!

 

Ich spüre deinen Atem,

deine Leidenschaft.

 

Wie vom Tod bist du erstanden,

hast zaghaft meinen Arm berührt.

 

……………………………………………

 

DEIN SCHWEIGEN

 

Ich erblicke deine Augen

und lerne es, dich zu sehen.

Dein Schweigen ist Teil

deines Redens.

Ich nehme es wahr,

ich lerne dich kennen.

 

Gut ist es, wie du mich anblickst,

gut tut deine zärtliche Hand.

Wir versinken in unseren Küssen,

dein schweigender Blick ist Vorbote

unserer Leidenschaft.

 

Du entziehst dich mir schweigend,

schweigend hältst du dich fern.

Es quält mich dein Schweigen.

Ich schreie deine Stummheit ins All.

 

Zum Schweigen bringen

wollte ich die Liebe zu dir,

bestrafen wollte ich

meine sehnenden Augen,

um Ruhe zu finden.

 

Da kamst du zurück.

Schweigend sitzt du mir gegenüber.

Du hüllst dein winziges Lächeln

in Schweigen.

 

Und schweigend umfängst du –

Endlich! –

mein Zittern,

strömst deine schweigende Liebe

über mich aus

in lustvollem Sturm,

in der Zartheit

deiner sanften Berührung.

 

……………………………….

 

Schwarz ist dein Haar,

dein Haar ist dunkle Wärme für mich,

für meine Müdigkeit,

für meine Schwäche.

 

Ich liebe dieses Schwarz,

dein Haar,

ich liebe deine Weichheit,

die mich birgt

und ich liebe deine Stärke,

die mich stützt.

 

Dunkel glühen deine Augen

im Abenddämmerschein,

wenn du mich in den Armen hältst,

wenn du mich fort trägst

auf Flügeln deiner Lust.

 

Ich liebe diese Dunkelheit,

das Dunkel deiner Augen,

in dem ich versinke,

Wonne bebend,

und vergehe,

um so nur zu erstehen

immer wieder neu,

geborgen

in deinen Armen.

 

Das Schwarz an dir

und deine Dunkelheit,

die Schatten deines Herzens

und auch das Schweigen deines Seins,

ich will es,

und ich brauche es.

In all dem finde ich das helle Strahlen

Deiner Liebe.

 

…………………………….

 

„Was erträumst du dir vom Morgen?“

Wollte ich keck von dir wissen.

„Leben“, sagtest du,

„lebendig sein“.

 

Du zeigtest mir dein tot Sein,

indem du Liebe und Leben

in mich legtest.

Du gabst es weg,

was du kaum selbst besessen hattest.

 

Du zeigtest mir mein tot Sein,

meine qualvolle Ohnmacht,

indem du dich mir entzogst.

 

„Was erträumst du dir vom Morgen?“

Wollte ich vorsichtig spähend

von dir wissen.

„Zu überleben“ sagtest du,

„durchzukommen“.

 

Aus der fernsten Tiefe

erreichte mich dein Blick,

als du vom Tod erstandest,

als du mich zittern machtest,

beben,

in wonnevoller Ohnmacht.

 

…………………………………………

 

Ich will dich kosten,

will dich atmen,

ich will dein Zittern

in meinem tiefsten Innern spüren.

 

Bergen will ich dich,

und bergen will ich mich in dir.

Ich will dir Labung sein und Quelle,

denn beides bist auch du für mich.

 

Der Weg bis hin zur stillen

letzten Ruhe

soll uns vereinen.

Er soll uns jenes schwarze Tor

durchschreiten lehren.

So will ich dich umfassen,

jetzt

und will an deiner Seite gehen,

mir als Stütze

an deiner Hand.

 

Dein Zittern will ich kosten,

will dich atmen,

will dich

in meinem tiefsten Innern spüren.

 

………………………………………………

 

Meine Zuflucht ist der Wald,

schützend hält er mich umschlungen.

Er lockt mich

mit seinem Geheimnis,

mit der Lust

seiner tausendfachen Gaben.

 

Bebend versinke ich,

schmiege mein Fühlen

an den Wald unserer Lust.

Ich atme den Duft deines Lebens,

ich finde den Quell

meiner Freude.

 

Du labst mich, Verborgener,

meine wirren Gedanken

bringst du zur Ruhe

im Wald des ständigen Findens,

im Dickicht der Seufzer,

im Strahlen

erkennenden Schauens

von Seele zu Seele.

 

………………………………………

 

Wenn ich an dir nippe,

durchglühst du mich.

Wie Lava brennt dein Sein in mir.

Ich beuge mich,

um so nur zu erstehen.

Ich neige mich

und bedecke dich

mit zarten Blüten

meiner Küsse.

 

Tau auf der Wiese

will ich dir sein,

will mich mit dir vereinen.

 

Ich neige mich

und vergehe im Beben,

verschmelze mit dir,

um neu zu erstehen

im Glanz

deiner Sonne.

 

………………………………..

 

Dein Mund streift meinem Sein entlang,

meinem Körper, meinem Zittern.

Stumm ist dein Mund,

doch niemals schweigend.

Er küsst mir meine Liebe wach,

er offenbart mir deine Seele.

 

Dein Mund ist Glut

an meinen Lippen, meiner Haut.

Frost ist dein Mund,

wenn er sich mir verwehrt.

Taust du mich nicht,

erstarre ich zu Eis

und bleibe kalt

und unbeweglich.

 

Dein Mund ist süßer Honig,

Honig bist du ganz,

bist Säuseln, frischer Wind.

Du bist mir Lebenshauch,

bist meine Heimat.

 

………………………………..

 

ICH WILL ES

 

Ich will es,

ja, ich sage es,

hier sage ich es,

klar und deutlich:

dich will ich beglücken,

deine Freundschaft will ich,

deine Liebe allezeit.

 

Ich will deiner würdig sein

und will dem Sturm der Zeiten trotzen.

Festen Fußes will ich stehen,

dir zur Seite will ich stehen,

ohne Furcht will ich die Augen heben,

unserem Dämmern entgegen,

unserem Morgen,

unserem hellen Tag.

 

Stark bin ich,

da ich deine Augen kenne,

standhaft bin ich,

da ich um unsere Sehnsucht weiß.

 

Ich bitte dich, mein Licht,

schau mich an,

ersehne mich!

 

………………………………………………….

 

Ich kenne manchen Mund,

habe so manchen Kuss getauscht.

Die Schule dieser Zärtlichkeit

und jener Lust

habe ich durchlebt.

Suchend, wandernd

habe ich recht viel gesehen,

einiges erfahren

und manches auch dazu gelernt.

 

Da Neue, ewig Neue,

Staunenswerte

hast du mir nun offenbart:

dein Du.

 

In heiligem Schaudern fand ich es

unscheinbar in deinen Fingerspitzen.

Zart hast du mich erforscht,

hast mich erobert wie im Traum.

Ein Hauch ging über mich hinweg,

ein zartes Tasten.

 

Das ewig Staunenswerte fand ich

unscheinbar in deinen Fingerspitzen.

In heiligem Schaudern fand ich dich

mich erobernd

wie im Traum.

 

…………………………………………..

 

IN UNSERER LIEBE

 

Weit öffne ich die verborgene Pforte,

du allein sollst sie durchschreiten,

sollst meine Burg bewohnen.

Von dem tiefen Brunnen trinken

sollst du

und dich laben

an den Früchten meines Gartens.

Du sollst dich bergen hinter meinen starken Mauern,

auf meiner weichen Wiese

sollst du ruhen.

 

Dann will ich deinen Berg erklimmen,

will die seltenen

weißen Sterne pflücken

und von deiner Quelle trinken.

Ich will die süßen Beeren kosten,

die du bietest

und will von deinem Gipfel aus

das Firmament umarmen,

will mich an die Wolken schmiegen,

Erde und Himmel einend

in unserer Liebe.

 

………………………………..

 

Immer ist jetzt

der richtige Augenblick

zu lieben.

 

Immer ist jetzt.

Jetzt ist immer

der richtige Augenblick

zu lieben.

 

Ich liebe dich

jetzt immer.

Ich liebe dich

immer im Jetzt,

im ewigen Jetzt,

im Immer

der Ewigkeit.

 

 

Mit jedem Tag etwas mehr Weisheit,

noch mehr Dankbarkeit –

welch schönes Altern!

 

 

 

Fotos:

 

Mit freundlicher

Genehmigung

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1140 Wien 

 

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Pfarre Breitensee

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