Die Waldfee begann zu altern.

Ihre ewige Jugend wurde verkauft.

 

Schlammbedeckt buhlte die Nixe

um die Liebe des Delfins.

Er aber blickte im Wahnsinn

auf die eiskalte Sonne,

die giftige Tränen weinte.

 

Ich setzte mich auf den Wal

und folgte den falschen Tönen

hinein in erlösende Leere.

 

 

……………………………

 

Kleine Risse in der Natur

werden übersehen.

 

Über Gräben springen wir

und jauchzen

dem letzten Vogel entgegen,

der getroffen

zu Boden stürzt.

 

……………………

 

„Komm, lehne dich an mich,

schmiege dein Gesicht an meinen Stamm

und trinke die Jahrhundertkraft von mir,

du zitterndes,

du armes Menschenwesen“,

sprach der Baum

und labte mich.

 

…………………………..

 

Faun, du Schelm, hast mich verführt!

Gern bin ich dir gefolgt

und sah doch den Schalk in deinen Augen.

 

Du lachtest,

spieltest mir auf

und hieltest mich gefangen

in deinem Bann.

 

Dann bist du fort gesprungen.

Von ferne höre ich den Flötenton,

dein Lachen hie und da,

doch sonst bist du entschwunden.

 

……………………………….

 

Wie ein Engel ohne Flügel,

die ihn entfernen könnten,

erscheint mir der Clown

ohne Maske.

 

Ich kenne keine Clowns,

doch kenne ich Maskenträger.

Bist du der Clown

oder der Engel

 

oder der perfekte

Maskenträger?

……………………..

 

DEM FRÜHLING

 

Ich sitze da,

beglückt von Frühlingspracht:

du milde Sonne,

ihr zarten Blumen,

du frischer Duft, betäubend gut!

 

Lärmt nur, ihr Vögel,

streichle mich, Wind,

säusle um mich und tanze vor mir!

Weiß ich doch, ihr seid nur Schein.

Vergänglichkeit ist euer Wesen.

 

Mein Geliebter,

er, der mich gewinnt,

es ist der Tod.

Ihm bin ich ergeben.

Und horche nur,

du grüner Lenz,

aus dieser Einheit erst

gehst du hervor.

 

…………………………….

 

Gib! Gib!

Schreit dein Auge,

und du breitest dich aus

und lässt von dir nehmen.

 

Komm! Komm!

Ruft dein Mund,

und du eilst

auf all deinen Straßen

dem Ersehnten entgegen.

 

Wie kannst du bleiben?

Fragt staunend dein Blick.

So sinkst du

In Ewigkeitsarme.

 

………………………

 

Was mich so anzieht?

 

Vielleicht dürstet mich

und du stehst da

mit dem Glas Wasser in der Hand.

 

Vielleicht hast du Brot

für meinen Seelenhunger.

Vielleicht aber

bist es ganz einfach

nur du.

 

…………………………..

 

Ich fühle mich heimkommen.

Meine traute Einsamkeit schwindet.

Inmitten meiner Verborgenheit

begegne ich

dir.

 

So ist es also kein

neues Kennen lernen.

Es ist die Erkenntnis,

dass wir von Ewigkeit her

als Einheit

bestimmt sind.

 

……………………………………

 

Der See lag vor mir,

still, ruhig und schwarz.

Ich kam, sprang hinein

und wühlte ihn auf.

Das nahmst du mir übel.

 

Siehst du nicht

die Seerosen blühen

und die Perle in meiner Hand?

 

……………………………………

 

Wenn du die Augen schließt,

so trittst du ein

in dunkle Kammern

deiner selbst.

Doch auch der Garten

steht dir offen

und jener Saal,

in dem du Liebe kennen lerntest,

in dem du Leben übtest.

 

Wachse da,

schließe die Augen

für die Weite

deiner Ruhe.

 

 

 

……………………………

 

IM ASTRAL

 

Es ist hier eine große Zeit.

Eine große Zeit ist jetzt um mich.

Leicht bin ich, engelgleich

und bin im Wind

und im Gesang der Vögel,

wiege mich und streife durch die Wälder.

Es ist die große Zeit,

sie ist jetzt da.

 

Es ist jetzt eine große Zeit,

sie ist um mich.

Ich bin so leicht,

bin engelgleich,

dem Wind verwandt

 

und strebe hin zu dir.

 

Und es ist schön!

Ich bin in deiner Welt,

erfülle deinen Raum

und bin um dich –

doch nicht in dir.

 

Ich bin das Lächeln um dich her,

bin dir Gedanke, Hauch und Duft.

Es ist die große Zeit um uns.

 

Es ist jetzt eine große Zeit.

Sie ist im Rauschen,

ist im Wind.

Ich wiege mich

und bin so leicht,

bin engelgleich und froh

und frei –

 

und kehre heim.

Zurück ins Schwere,

in Gemütlichkeit,

in Enge und in Sehnsucht.

 

Ich werde dir begegnen,

weil ich nicht Hauch bin,

nicht Wind, noch Duft.

Du wirst in meine Augen blicken,

nicht leicht,

nicht engelgleich,

doch ewig, ewig.

Und du wirst lächeln.

 

 

* * * * * * *

 

Schritt für Schritt

sind wir einander entgegen gegangen.

Das war unser Leben.

Die inneren Augen blickten voraus,

ahnend und suchend zugleich.

Die äußeren Augen blickten sich um

und versuchten

wegzublicken.

 

Nun stehen wir voreinander,

stumm vor Staunen,

blind vor Entzücken.

 

 

Mit jedem Tag etwas mehr Weisheit,

noch mehr Dankbarkeit –

welch schönes Altern!

 

 

 

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