DAS  ATMEN  DES  HAUSES

 

Ich wohnte nun bereits fünf Jahre lang in diesem alten zweistöckigen Haus im sechzehnten Bezirk, hatte mich an seine Eigenheiten gewöhnt, auch an die Mitmieter, die mir teilweise recht freundlich begegneten. Ich hatte mich daran gewöhnt, dass dieses Haus etwas abgeschlossenes, etwas eigenständiges hatte, dass es mich kühl empfing im Sommer und wärmte im Winter. Ab und zu träumte ich natürlich davon, in einer so genannten schönen Gegend zu leben, in einem großen hellen Haus mit weiten hohen Räumen, mit Garten, in einer ruhigen Umgebung. Ja, nobel sollte es sein, ruhig, edel und schön. All das bot mir mein Haus ja nicht gerade. Doch es bot mir Geborgenheit.

 

Sehr bald hatte ich mich in meiner Zweizimmer Wohnung eingelebt, hatte meine Atmosphäre dort verbreitet, Erinnerungsstücke aufgestellt, Bilder aufgehängt, und überall Bücher aneinandergereiht. Meine ganz persönliche Schwingung erfüllte die Räume. Ich wusste nie recht, ob es für Freunde und andere Besucher aufgeräumt bei mir wirkte, da ich doch einen recht eigenwilligen Ordnungssinn hatte. Alle aber bestätigten, dass sie es recht gemütlich bei mir fanden. Und es tat mir gut, das zu hören.

 

Abends erlebte ich manchmal etwas Sonderbares. Wenn mein Sohn, ein Kind von über einem Jahr, bereits schlief und ich noch Verschiedenes im Haushalt erledigte, hatte ich den Eindruck, ein gleichmäßig rauschendes immer wiederkehrendes Blasen zu hören. Manchmal hielt ich mitten in der Bewegung inne, um diesem Rauschen nachzuspüren. Ich konnte mir nicht erklären, woher es kam. Der Versuch, es als Einbildung abzutun, gelang auch nicht, dazu war das Geräusch zu deutlich.

 

Der Rest dieser Geschichte ist unter dem Titel „Sichtbar nicht da“ im Verlag united p.c. erschienen, 

ISBN: 978-3-7103-1618-0

 

 

Mit jedem Tag etwas mehr Weisheit,

noch mehr Dankbarkeit –

welch schönes Altern!

 

 

 

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