Selbst der Parkplatz ist bereits eine Idylle. Das Haus begrüßt mich immer mit seiner stillen Würde und von Mal zu Mal ist es besser in Schuss, sind Mängel ausgebessert, neue Beerensträucher gepflanzt und Obstbäumchen. Die Wiese ist gemäht und wo früher unwegsames Gestrüpp war, ist jetzt alles begehbar. Gute Erhalter und Gestalter: Conny und Ewald.

 

 

 

Natürlich gibt es eine Hausordnung. Ich bemühe mich, sie peinlichst genau einzuhalten.

 

 

 

 

Vom Innenhof aus 

 

Auch bei Regenwetter (häufig und heftig) ist es hier für mich idyllisch. Ich liebe es, dem Geplätscher zu lauschen, dem Gehüpfe der Tropfen zu folgen, während ich warm eingepackt vor dem Haus unter dem Dach sitze und entspannt auf den begossenen Innenhof blicke.

 

 

 

Für Romantik ist hier überall gesorgt, wenn ich sie auch (unfreiwillig) ausschließlich in meiner Fantasie feiere. Und sollte wirklich mal Geselligkeit aufkommen mit Gästen, Nachbarn oder eben den Hausbesitzern Conny und Ewald, dann sitzt man auch in der Scheune gemütlich. Wie die Erfahrung zeigt, lassen sich hier tolle Partys feiern.

 

Irgendwie hört sich das alles an wie ein Prospekt zum Vermieten von Ferienhäusern. Glaubt mir, so ist es echt nicht gemeint. Ich möchte nur mitteilen, wie es mir hier geht und was mich an diesem Ort so fasziniert.

 

 

 

Ich hatte vorhin Begegnungen erwähnt. Hier die erste:

Wie ihr später merken werdet, bevölkern Marder alle Dachböden dieses großen alten Bauernhauses. Der Tisch hier vor dem Haus ist mein Frühstücks- und Esstisch. Ich halte mich eigentlich nur nachts drinnen auf und das auch nur wegen der Kälte. Nun, es ist Urlaub und ich entspanne so viel ich kann. Darum räume ich abends nichts weg, weil ich es ja morgens wieder brauche. Zwar wundere ich mich beim Lauschen der Grillen über ein kleines schwarzes freches Gesichtchen, das mich für ein Sekunde lang anschaut, als wollte es sagen: was will die denn hier in unserem Revier? Der kleine Wicht will zu Guismos Hundeleckerli, das es sich später tatsächlich schnappt. (Guismo ist der Hund von Conny und Ewald).

 

Am nächsten Morgen finde ich den Tisch verwüstet und die Kornflakespackung  markiert. Na prost Mahlzeit. Nun bin ich also lieber doch auch im Urlaub so weit ordentlich, dass ich die Sachen zumindest auf den Küchentisch im Haus stelle.

 

 

 

Baumschwamm an der Wand (nicht von selbst hier gewachsen, sondern eines von sooo vielen Sammelstücken, also Ewalds Schätzen)

 

 

 

Morgentoilette gefällig?

 

 

 

Duschen unter freiem Himmel (natürlich bei geschlossenem Scheunentor). Das ist lustig, allerdings nur nachmittags. Vormittags ist es eher huschi.

 

 

 

Es gibt aber eh ein tolles Bad. Echt, Conny und Ewald, wenn ich da an die Waschküche mit dem Kesselofen denke, als wir dieses Anwesen erstanden… das waren noch Zeiten.

 

 

 

Auf zum Reich der Marder

 

 

 

Einst Taubenschlag? Oder gar Hühnerstall unterm Dach? Was sagt da die Hausordnung?  

 

 

 

Das Wandern ist des Müllers Lust… 

 

 

 

Wöl Schifoan is des Leivandste, wos ma si nur vurstölln konn…

 

(Also ich kann mir viel leivandere Dinge vorstellen…) 

 

 

Brüderchen, komm, lass dich ziehn… 

 

Juchhu! Der rissige Giebel ist gerichtet. Gott sei Dank, war echt schon wichtig! Und Conny und Ewald sei Dank.

 

 

 

 

Residiert hier oben das Hausgespenst? 

 

 

Wenn man bedenkt, dass hier einst Schweine ihr armseliges Dasein in dieser immer kalten Kammer fristeten, vergeht einem die Lust auf Schweinsbraten. Als Werkstatt (eine von vielen mittlerweile) aber ist der Raum echt schmuck. Hut ab, Ewald! 

 

Ah! Das Reich der geistigen Werte. Kellerkühle hier, etwas schaurig und wirklich immer kalt. Die Kostbarkeiten in den Regalen aber sollen ja so sein: kalt. Hmm!

 

 

 

So viel Joch zu tragen in diesem Leben…!

 

 

 

Doch einer sagt: „Kommt zu mir, mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht …“

 

 

 

Fein. Darum schwinge ich mich jetzt auf den Besen und stiebe über die Wälder hinweg. Juchheee!

 

 

 

Ofen anwerfen oder Gasherd? Oder einfach Käsebrote essen und Kornflakes (die zum Glück in einem undurchlässigen Plastiksackerl waren – von wegen Marderpisse). Obst habe ich auch genug dabei. Ich mag nur chillen, nicht einmal kochen mag ich jetzt. Sooo gemütlich!

 

 

 

Der immer plätschernde Küchenbrunnen. Ich glaube, hier macht die Kleine Kamp einen kleinen Abstecher, denn die fließt direkt am Haus vorbei.

 

 

 

Wer hat denn das Bett nicht gemacht? Aber, Conny, echt, ich schlafe hier wie ein Baby. Tolle Matratze!!! Super gute Luft!!! Super Stille!!! EIN TRAUM!

 

 

 

Neue Fenster in der „guten Stube“. Wirklich hübsch!

 

 

 

Noch ein Hausbewohner. Wie elegant und filigran!

 

 

Mit jedem Tag etwas mehr Weisheit,

noch mehr Dankbarkeit –

welch schönes Altern!

 

 

 

Fotos:

 

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